3.3 Shermin und Zita

tms19022009-51 „Wenn man sich mit Themen wie Migration und Akzeptanz beschäftigt, dann muss man sich auch die eigenen Grenzen eingestehen, was die eigene Toleranz und das Verständnis für das Andere angeht“

Shermin@Iran

“ Der westliche Lebensstil wird immer als so fortschrittlich und damit als der erstrebenswerteste angesehen. Warum ist das eigentlich so?“

Zita@Österreich

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Making Of
Talent: Mensch sein shootet

am 19. 1. 2009
in Wien, am Urban-Loritz Platz

Shermin und Zita als Models, Angie als Interviewerin,
Johannes und Andrea als FotografInnen

Bericht von Angie …

Ich konnte mein Glück kaum fassen, als ich vergangenen Donnerstag aus der U6 ausstieg und den Urban-Loritz Platz unter strahlendem Sonnenschein vorfand. Das erste shooting also, bei dem ich nicht ganz so frieren würde…
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Das sonnige Wetter trug dazu bei, dass wir alle, auch unsere models, bester Stimmung waren. Johannes fotografierte die beiden auf der Treppe zur Hauptbücherei,

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Andrea kümmerte sich um background Fotos und ich brachte die beiden models zum Lachen, trug die Taschen und Rucksäcke und erledigte sonstige unterstützende Aufgaben.

Nach dem shooting setzten wir uns ins Café über der Bücherei genossen die Aussicht und die Sonne und vertieften uns ins Gespräch.
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Dabei ging es sehr lang um die Identitätssuche.

Shermin:
„Wenn man mit Migrationshinter- grund aufwächst, sieht man sich sozusagen mit einer doppelten Identitäts- suche konfrontiert.

Einerseits muss man sich als Erwachsene/r definieren und sich andererseits mit den beiden kulturellen Hintergründen aus- einandersetzen, mit denen man aufwächst.“

Sie habe ihre iranischen Wurzeln, also diesen Teil ihrer Identität, lange ver- leugnet, so Shermin.

Sie versuchte, „extra österreichisch“ zu sein, trug beispiels- weise Dirndl zu Volksfesten.

Heute lebt sie bewusst mit ihrer doppelten Identität und damit geht es ihr gut.

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Ein weiterer wichtiger Punkt war die Diskussion über die Klassifizierung von MigrantInnen als solche, die willkommen sind – etwa hoch gebildete, zu denen damals auch Shermins Eltern zählten – und jene, die nicht willkommen sind in Österreich.

Laut Shermin haben es diese nicht willkommenen MigrantInnen extrem schwer, ein Leben in Österreich zu beginnen.

Unsere Einschätzung war: Österreich braucht die Gesellschaft wohl noch ein wenig, um zu verinnerlichen, dass Österreich zu einem Einwanderungsland geworden ist.
Nach über zwei Stunden intensivem Gesprächs verabschiedeten wir uns von Shermin und Zita.

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Die Frage für Talent: Mensch sein ist: Wie kommen wir mehr in Kontakt mit weniger  willkommenen MigrantInnen?

Angelika Gänssle

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